Die Brasserie als Ort zum Wohlfühlen und Genießen

Bei einer Brasserie handelt es sich um eine französische Gaststätte, die ihren Ursprung in Frankreich hat. Jedoch wird die Bezeichnung für Lokale dieser Art auch im nicht frankofonen Ausland verwendet. Im Gegensatz zu beispielsweise einem Bistro oder Café, bietet dieses Restaurant seinen Gästen eine größere Auswahl an warmen Speisen, es gibt außerdem eine breite Palette an Getränken, und häufig wird sogar täglich ein Menü angeboten.

Inhalt:
Begriffsdefinition und Geschichte des Kultlokals
Brasserie: einfache Gastronomie auf hohem Niveau
Die Brasserie als Ort zum Wohlfühlen und Genießen
Übersetzungen der “Cuisine Francaise Traditionelle
Die besten Brasserien in Österreich, Deutschland und der Schweiz

Im Wörterbuch findet man zur Übersetzung des Begriffs “Brasserie” das deutsche Wort “Brauerei” – dieser Umstand geht vermutlich auf die Tatsache zurück, dass in verschiedensten Teilen von Frankreich und Belgien die meisten traditionellen Brauhäuser in einer angegliederten Gaststube zum Bier rustikale Hausmannskost und landestypische Schmankerl anbieten. Eines der bekanntesten Restaurants in dem Style ist die Brauerei und Brasserie Lipp in Paris, die schon viele Berühmtheiten aus Politik und Kultur willkommen geheißen und bewirtet hat.

 

Zu den deftigen Spezialitäten dieses Hauses zählen Kabeljau, Bismarck Hering, gebratenes Huhn und Kalbskopf mit Sauerkraut.

Brasserie bietet landestypische Spezialitäten

Brasserie
Brasserie

Begriffsdefinition und Geschichte des Kultlokals

In Europa und in den USA werden die Begriffe “Bistro” und “Brasserie” häufig synonym gebraucht, doch tatsächlich handelt es sich dabei um zwei völlig verschiedene Gastronomiebetriebe. In beiden Arten von Gaststätten kann man landestypische Spezialitäten genießen und dabei das französische Flair auf sich wirken lassen, doch die Brasserie ist gehobener als das schlichte Bistro und nähert sich mit seinem Angebot dem opulenten Gourmetrestaurant an. Der Begriff “Brasserie” stammt aus dem Keltischen und wurde aus dem Vulgär-Lateinischen mit dem Wort “Brauerei” ins Französische übersetzt.

Die erste schriftliche Aufzeichnung des Worts “Brasserie” in englischer Sprache findet sich im britischen Reisemagazins “Realm”, und zwar in der Juniausgabe des Jahres 1864. Der Text handelt von einer berühmten Persönlichkeit, “dessen Monument in allen Brasserien überleben möge”. In Amerika tauchte der Begriff 1882 in der literarischen Abhandlung eines New Yorker Kritikers auf. In dem Essay schreibt der Verfasser von “Kameraden, die heiter Lieder in der Brasserie sangen”.

 

Die ersten Lokale dieser Art befanden sich entweder im Besitz von Bierherstellungsbetrieben und waren auf den Verkauf des Gerstensafts spezialisiert oder standen zumindest damit in Verbindung und boten das Bier zu ihren Speisen an. Es handelte sich dabei üblicherweise um landestypische Hausmannskost – so wie sie in den meisten Lokalen dieser Art in ganz Europa und den USA noch heute serviert wird. Die erste Brasserie existierte laut Aufzeichnungen im Elsass.

 

Brasserie: einfache Gastronomie auf hohem Niveau

 

Die einstige “Brauerei” hat sich längst zu einer beliebten Gastronomieeinrichtung gemausert, die im Normalfall mit einem größeren Angebot als die meisten anderen französischen Lokaltypen wie Café, Osteria oder Trattoria aufwartet. Überall auf der Welt entstehen laufend neue Brasserie, die sich mit einem gemütlichen bis legeres Ambiente und typischem französischem Flair von anderen Gaststätten abheben. Einige davon tragen den Beinamen “Restaurant”, um das reichhaltige Speiseangebot zu betonen. Dieses ist speziell auf die traditionelle französische Küche ausgerichtet und bietet sowohl deftige Hausmannskost, als auch zahlreiche Schmankerl.

Wenn Sie in eine Brasserie essen gehen, dürfen Sie daher beispielsweise deftige Gerichte wie Steak tartare mit Pommes frites, Sauerkraut mit Würstchen oder in Wein geschmortes Huhn erwarten, aber ebenso Spezialitäten wie Meeresfrüchte in allen möglichen Zubereitungsarten. Üblicherweise existiert auch immer ein Tagesmenü. Gab es in der ursprünglichen “Brauerei” nur Bier zu trinken, werden in der modernen Brasserie mittlerweile auch Wein oder Cidre sowie diverse antialkoholischen Getränke zum Essen serviert. Meistens ist die Küche des Lokals den ganzen Tag über bis spät in die Nacht hinein geöffnet.

Die Brasserie als Ort zum Wohlfühlen und Genießen

Sie wollen essen gehen und ein schickes Restaurant ist Ihnen zu formell oder scheint unpassend für ein erstes zwangloses Date? Sie wollen sich in gemütlicher Atmosphäre mit anderen Leuten zusammensetzen und dabei aus einem großen Speiseangebot aus der französischen Küche wählen? Sie wollen in einem Lokal bei Kaffee und Mehlspeise oder deftiger Hausmannskost echtes französisches Flair genießen?

In all diesen Fällen ist eine Brasserie genau das Richtige für Sie, egal, ob Sie alleine oder in Begleitung sind, oder die Gaststätte vielleicht sogar als Stammlokal für regelmäßige Treffen mit lieben Freunden wählen.
Von einer typischen Brasserie ist zu erwarten, dass sie über ausreichend Platz verfügt, qualitativ hochwertige Speisen serviert und professionelles Service bietet. Zudem sollten die Tische in einem Lokal im “Brasserie-Style” weiß gedeckt sein und die Kellner schwarze Kleidung tragen. Die Preise liegen im mittleren Segment, die Menüs kosten in der Regel weniger und sind häufig sogar regelrecht günstig. Bei den Portionsgrößen verhält es sich ähnlich: Sie sind im Normalfall durchschnittlich und genau richtig für eine übliche Mahlzeit.

Brasserie
Brasserie

Übersetzungen der “Cuisine Francaise Traditionelle”

In den meisten Fällen werden Sie in einer Brasserie, egal ob in Frankreich oder in Ihrer Heimatregion, “á la carte” essen. Das heißt übersetzt “wie es auf der Speisekarte steht” und bedeutet, dass keine bestimmte Abfolge der Gänge vorgegeben ist und die Zusammenstellung der Mahlzeit individuell nach Ihrem Wunsch erfolgt.

Im Gegensatz dazu steht das “Menue”, dass aus mehreren vom Betreiber oder Koch des Gastronomiebetriebs festgelegten Gängen besteht. Und dann gibt es noch das “Buffet”, bei dem die Speisen auf einem separaten Tisch angerichtet und präsentiert werden. Üblicherweise existiert hierfür ein Einheitspreis, egal wie oft man sich bedient und wie viel man isst. Serviert wird in einer Brasserie “Cuisine Francaise Traditionelle”, also Speisen aus der echten französischen Küche.

“Amuse Guele”: Die wortwörtliche Übersetzung lautet “Maulfreude”, das sind kleine Appetithäppchen, die vor der eigentlichen Mahlzeit serviert werden.

“Hors d’oeuvres”: Hierbei handelt es sich um die Bezeichnung einer kalten oder warmen Vorspeise.

“Apéritif”: Dieser Begriff bezeichnet in der Regel ein alkoholisches Getränk, das man vor der Mahlzeit trinkt, um den Appetit anzuregen.

Anschließend essen Sie in einer echten Brasserie beispielsweise “Choucroute garnie” (Sauerkraut mit Würstchen), “Coq au Vin” (in Wein geschmortes Huhn), “Foie gras” (Fett- bzw. Stopfleber von der Gans) oder ein “Soufflé” (von “blasen” oder “hauchen” abgeleitet eine leichte Eierspeise, süß oder herzhaft zubereitet).

Klassischer Bestandteil eines Buffets ist beispielsweise das “Parfait”: Halbgefrorenes oder Sülzen, Terrinen und Pasteten.
Gewürzt wird in der französischen Küche häufig mit “Fleur de Sel”, einem Salz, das durch die Verdunstung von Meerwasser gewonnen wird.
Zu fettem Essen gibt es meist “Baguette”, wobei es sich um Stangenweißbrot handelt.

Zum Essen getrunken wird beispielsweise ein “Beaujolais” (Wein aus dem Burgund), “Chardonnay” (Wein aus dem Burgund, der Champagne oder anderen Regionen) oder “Champagner” (Schaumwein aus der Champagne).

“Baiser”: Dieses Gebäck aus Eischnee und Zucker bedeutet aus dem Französischen übersetzt “Kuss” und wird als Nachspeise serviert.

“Petit Four”: Wortwörtlich bedeutet dieser Begriff “kleines Stück”, der eine Kleingebäck-Spezialität aus der französischen Küche bezeichnet. Meist werden die Nachspeisehappen auf einer “Etagere” (Serviersystem mit mehreren Ebenen) gereicht.

“Tarte”: Kuchen aus einer speziellen Art von Mürbteig, süß oder herzhaft zubereitet. Die kleineren Versionen, die häufig mit Obst belegt sind, heißen “Tartelettes” und werden gerne zum Café gereicht.

“Digestif”: Dieser Begriff lässt sich mit “Verdauungsschnaps” übersetzten, der mit speziellen Ölen und Kräutern nach einem reichhaltigen Essen den Magen entlasten soll.

Brasserie
Brasserie

 

Die besten Brasserien in Österreich, Deutschland und der Schweiz

 

Österreich: The Bank Brasserie und Bar, Bognergasse 4, 1010 Wien
Brasserie de la Marie, Amerlingstraße 15, 1060 Wien

 

Deutschland: Mon Amie Maxi, Bockenheimer Landstraße 31, 60325 Frankfurt am Main
Brasserie Lamazére, Stuttgarter Platz 18, 10627 Berlin
Le Plat du Jour, Dornbusch 4, 20095 Hamburg

 

Schweiz: Café de Paris, Ankerstraße 113, 8004 Zürich
Brasserie Chien Bleu, Sentier des Saules 3, 1205 Genf

Wenn Sie in Frankreich Urlaub machen, sollten Sie unbedingt der Kult-Brasserie Lipp in Paris (151 Boulevard Saint-Germain) einen Besuch abstatten.

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