Die exotische Frucht Durian

Beim Durianbaum, dem Durio Zibethinus, handelt es sich um ein Malvengewächs, das ursprünglich aus Malaysia und Indonesien stammt. Mittlerweile wird er allerdings in ganz Südostasien und anderen tropischen Gebieten, wie beispielsweise Queensland in Australien, kultiviert. Die stachelige Frucht der Pflanze heißt Durian, abgeleitet vom malaiischen Wort duri, was so viel wie “Dorn” oder “Stachel” bedeutet. Sie wird als Obst konsumiert und aufgrund ihres intensiven Geruchs, verursacht vorwiegend durch schwefelhaltige Verbindungen, auch als Käsefrucht, Kotzfrucht oder Stinkfrucht bezeichnet.

Inhalt:
Die Pflanze und ihr Erscheinungsbild
Kotzfrucht Durian – Delikatesse oder Ekelobst?
Fakten, Mythen und Kurioses rund um Pflanze und Frucht
Konsum und Serviervorschläge der Durian Frucht

In unseren Breiten ist das exotische Lebensmittel vorwiegend bei Gourmets beliebt. Aber auch Fans der Reality-TV-Show “Ich bin ein Star – Holt mich hier raus” dürften die Durianfrucht kennen. Häufig muss diese von Promis bei den sogenannten Dschungelprüfungen gegessen werden, was für die meisten aufgrund des strengen “Dufts” eine große Herausforderung darstellt.

Hinsichtlich des unvergleichlichen Geschmacks des Obsts existieren unterschiedliche Meinungen: Wo die einen Vanille und Walnuss erahnen, vermeinen die anderen Käse und Zwiebel zu schmecken. Nicht umsonst lautet ein Spruch: “Die Durian-Frucht schmeckt wie der Himmel und schmeckt wie die Hölle.”

Die Pflanze und ihr Erscheinungsbild

Bei Durianbäumen handelt es sich um immergrüne Pflanzen mit einer Wuchshöhe von bis zu etwa 40 Metern, die in der Natur nicht bestandsbildend, sondern weit verstreut auftreten. Sie sind erkennbar an den typischen steilen Wurzelanläufen, einem schlanken, hohen Stamm und den darauf hoch oben häufig nahezu waagrecht wachsenden dicken Ästen. In Plantagen kultivierte Durio Zibethinus werden üblicherweise nur maximal zehn Meter hoch und entwickeln eine deutlich weiter unten ansetzende Krone. Die ledrigen Laubblätter sind sechs bis 25 Zentimeter lang und 2,5 bis neun Zentimeter breit, die Oberseite ist glänzend, die schuppige Unterseite schimmert goldgelb oder silbrig.

Die sich entwickelnden Blüten riechen unangenehm nach saurer Milch und öffnen sich nur in einem bestimmten Zeitraum für weniger als 24 Stunden. Bestäubt werden können sie ausschließlich von ca. 17 Uhr nachmittags bis etwa 6 Uhr morgens, wobei Bienen, Käfer, Fliegen und andere Insekten nur geringfügig an diesem Vorgang beteiligt sind. Den Hauptanteil der Pollenübertragung trägt der nachtaktive Kleine Langzungenflughund, der mit seinem Rüssel tief in die Blüte gelangt und in Südostasien allgemein als der wichtigste Bestäuber gilt.

Die anschließend heranwachsenden Früchte sind etwa 90 bis 130 Tage nach der Verteilung des Blütenstaubs erntereif.
In ihrem natürlichen Umfeld werden die Durians von verschiedensten Tierarten wie Elefanten, Affen oder Ratten verzehrt, die auch für die Verbreitung der Samen sorgen.

Kotzfrucht Durian – Delikatesse oder Ekelobst?

Durians werden in den meisten Fällen für den frischen Konsum geerntet, wobei der größte Exporteur Thailand ist, der unter anderem Taiwan, Malaysia und Hongkong beliefert. Hauptumschlagzentrum ist Singapur, wo für manche Sorten recht hohe Preise erzielt werden. Gefrorenes Obst wird außerdem in die Vereinigten Staaten ausgeführt.

Die Ernte der Durians ist relativ aufwändig und immer noch nicht mechanisch möglich. Die Arbeiter müssen auf die Bäume klettern, um die Früchte zu pflücken, wenn sie reif sind – was anhand einiger Kriterien wie Farbe, Geruch und Klopfschall regelmäßig überprüft wird.

Diese sind zu diesem Zeitpunkt etwa so groß wie eine Kokosnuss und wiegen zwei bis vier Kilogramm. Die Schale der Durians ist bei Reife graugrün, grüngelb oder hellgelb und besitzt zahlreiche ca. einen Zentimeter lange, holzartige, harte Stacheln. Das Innere der ellipsenförmigen etwa 15 bis 30 Zentimeter langen Frucht mit einem Durchmesser von bis zu 15 Zentimetern ist in fünf bis sechs Kammern unterteilt. Das gelbliche Fleisch des Obstes wird als schmierig und intensiv riechend beschrieben und mit faserigem Pudding verglichen.

Jeder Mensch nimmt den unvergleichlichen Geschmack der Durian anders wahr, der sich auch noch von Sorte zu Sorte und hinsichtlich des Reifegrads unterscheidet. Die meisten Menschen beschreiben ihn als eine Kombination aus Vanille, Walnuss und Röstzwiebel. Der penetrante Geruch, verursacht vorwiegend durch schwefelhaltige Verbindungen, erinnert an faulig “duftende” Darmwinde, ungewaschene Socken oder alten Käse.

 

Durian ist beliebt bei Gourmets

Fakten, Mythen und Kurioses rund um Pflanze und Frucht

  • Das Holz des Durio Zibethinus zählt zu den leichteren Harthölzern, ist gut belastbar, das aber nicht dauerhaft, und wenig resistent gegen Schädlinge. Es ist leicht zu bearbeiten, weshalb es unter anderem zur Herstellung von Fußböden, Tür- und Fensterrahmen sowie Spielzeug verwendet wird.
  • In der Heilkunst werden Wurzeln, Rinde und Blätter des Durianbaums gegen Fieber und Hepatitis eingesetzt. Die Volksmedizin hingegen schwört auf die stimulierende Wirkung der Früchte, weshalb diese als Aphrodisiakum dienen. In der chinesischen Medizin gilt das Obst als “heiß”, nach dem Genuss seien Yin und Yang wieder im Lot.
  • Wegen der Geruchsbelästigung ist weltweit die Mitnahme der Früchte in Hotels nicht gestattet. Es ist üblich, bei Verstößen gegen das “Durian-Verbot” das Zimmer eine zusätzliche Woche bezahlen zu müssen.
  • Ebenso ist der Transport des müffelnden Obstes in Taxis, Bussen, Zügen und Flugzeugen untersagt. In Singapur darf sie außerdem nicht mit in die U-Bahn, worauf sogar eigene Schilder hinweisen.
  • Im November 2018 sorgten einige Tonnen der Durianfrucht am Flughafen von Jakarta für Tumulte. Sie waren im Frachtraum einer Maschine verstaut worden, woraufhin die Passagiere protestierten. Das Flugzeug startete mit einstündiger Verspätung – nach dem Entfernen der Kisten mit dem übel riechenden Obst.
  • Im Mai 2019 wurde eine Universität in Canberra, der Hauptstadt Australiens, wegen eines verdächtigen Geruchs nach Gas geräumt. Die Feuerwehrleute fanden statt eines Lecks in der Leitung eine Durianfrucht, die trotz ihres Transports in einer verschweißten Tüte ein unangenehmes Aroma verströmte.
  • Im Juni 2020 rückten Polizei, Feuerwehr und Rettung in Schweinfurt aus, um ein Gebäude der Deutschen Post zu räumen. Der Großeinsatz war durch einen üblen Geruch und folgende Übelkeit mehrerer Mitarbeiter ausgelöst worden. Als Übeltäter stellte sich ein Paket mit vier Durianfrüchten heraus.
  • Alkohol wird aufgrund der in dem Obst enthaltenen Schwefelverbindungen nicht bzw. nur verzögert abgebaut. Aus diesem Grund sollten die ohnehin bereits schwer bekömmlichen Früchte nicht zusammen mit Alkohol verzehrt werden, da diese Kombination zu krampfartigen Bauchschmerzen führen kann.
  • Eine reife Durianfrucht zieht aufgrund ihres intensiven Geruchs Unmengen von Insekten an. Sie sollte in der Küche daher niemals offen gelagert werden – eine wahre Invasion von diversen kleinen Flugtieren wäre die Folge.
  • Vor kurzem konnten Wissenschaftler aus Singapur mithilfe der Privatfinanzierung eines “Durian-Fans” das Erbgut der des Obsts entziffern. Sie fanden heraus, dass die “Königin der Tropenfruch” 46.000 Gene – doppelt so viele wie ein Mensch – besitzt.
  • Die Asiaten haben zu Durians ein ganz besonders kulinarisches Verhältnis. Sie saugen und schlecken, spitzten die Lippen und rollen das weiche Fruchtfleisch mit der Zunge im Munde herum, um Reife, Konsistenz und Geschmack zu prüfen.
  • Es existieren im Zusammenhang mit der Durianfrucht einige Bräuche in den Anbaugebieten, einer davon lautet: Nach dem Genuss des Obstes sollte man die Kerne zählen – diese Zahl würde beim Lotto Glück bringen.
  • In der Marina Bay in Singapur steht ein zweiteiliges Gebäude, bei dem es sich um eine Konzerthalle handelt, die mit den beiden ovalen Hälften und dem stacheligen Runddach an die beliebte Frucht erinnert. Ihr Name: “The Giant Durians”.

Konsum und Serviervorschläge der Durian Frucht

Sind Sie bei einer Reise um die Welt in einem asiatischen Land unterwegs, kosten Sie sich im Heimatland der Pflanze doch durch die verschiedenen Sorten der Durianfrucht. Hilfe bei der Auswahl erhalten Sie von den Obstverkäufern vor Ort, die Sie hinsichtlich des Geschmacks beraten und garantiert lächelnd auffordern: “Eat, tastes well!” Europäische Gourmets hingegen erklären vorsichtig: “Es ist Liebe auf den dritten Biss!”

Es existieren in den Anbauregionen Veranstaltungen, die mit europäischen Weinproben vergleichbar sind. Außerdem gibt es dort alljährlich sogenannte Durianfeste, wo sich die Gourmets aus aller Welt für die exotische Frucht begeistern.
Wollen auch Sie einmal in den Genuss dieses Obstes kommen, finden Sie es am ehesten in einem asiatischen Geschäft, vermutlich jedoch nur in tiefgefrorener Form. Unter Umständen ist es auch in großen Feinkostläden erhältlich.
Zum Verzehr öffnen Sie die Frucht an den Nähten, entnehmen den Kammern das Fruchtfleisch und trennen dieses vom Samenkern ab.

Während die Durians den Promis in der Reality-TV-Show “Ich bin ein Star – Holt mich hier raus” püriert serviert werden, isst man sie üblicherweise in Form von Obstspalten. Außerdem dienen sie zur Herstellung von Fruchtsaft, Speiseeis und Marmelade oder als Zutat zu Kuchen und Currygerichten. In den Anbauländern werden auch die Samen der Früchte zubereitet, beispielsweise dünn geschnitten, geröstet, pikant gewürzt und wie Chips serviert.

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