Duftkollektion von Roberto Ugolini aus Italien

Roberto Ugolini – Aus aller Welt pilgern Liebhaber edelster Maßschuhe nach Florenz, in die Via dei Michelozzi, direkt an der Piazza Santo Spirito gelegen. Der unscheinbare Eingang zum kleinen Ladengeschäft befindet sich zwischen einer Osteria und einem Straßencafé und könnte beinah übersehen werden. So bescheiden das Äußere auch ist, so spektakulär sind die Maßschuhe, die Roberto in seiner Werkstatt seit über 20 Jahren fertigt und die unter Kennern weltweit längst Berühmtheit erlangt haben. Betritt man die Werkstatt Ugolinis, eröffnet sich ein Universum aus Bildern und Düften: Herrliche Probeschuhe stehen in Regalen und feinstes Leder verströmt seinen Duft, wie auch das Holz der gedrechselten und geschnitzten Maßleisten an den Wänden oder die unzähligen Lederöle, Wachse und Polituren.

Das Herz von Roberto Ugolini schlägt jedoch nicht nur für handwerklich perfekte Schuhe, denn bereits seit seiner Jugend ist er auch ein leidenschaftlicher und in Italien anerkannter Sammler ausgefallener Düfte. Der deutsche Parfumkenner und Handwerksenthusiast Herbert Stricker ist langjähriger Kunde und Freund von Meister Ugolini, und im Laufe der Zeit entwickelte sich die gemeinsame Idee, eigene persönliche Düfte zu schaffen.

Roberto Ugolini
Roberto Ugolini

Roberto Ugolini Duftkollektion aus Italien

So entstand die Parfumkollektion Roberto Ugolini, die bereits 7 Düfte umfasst. Unter der künstlerischen Leitung von Herbert Stricker, der es mit seiner jahrelangen Erfahrung als Parfumdistributor verstand, die große Liebe zum italienischen Traditionshandwerk von versierten Parfümeuren in die Sprache der Haute Parfumerie zu übersetzen.

Herr Stricker, welcher Duft begeistert sie selbst bzw. ist ihr Favorit?
Mein Favorit ist Loafer, ein extravaganter floraler, wie ich ihn nenne „trockener“ Duft, der sehr gut auch von Herren getragen werden kann, weil er keine Blumigkeit oder Süße hat.

Würden Sie die Düfte als Charakterdüfte bezeichnen, welche für die verschiedenen Eigenschaften einer Person stehen?
Die Düfte sind charakterstark aber nicht auf menschliche Charaktere angelehnt. Sie sollen die Persönlichkeit unterstreichen, den Trägern Wohlgefallen verschaffen, ein gutes Gefühl eine Ausstrahlung.

Was meinen Sie, wie wird sich die Duftwelt weiter entwickeln und von welchen Einflüssen ist sie inspiriert?
Die Duftwelt inspiriert sich stark aus der Natur, das ist nicht neu und war immer schon so. Viele Rohessenzen sind ja auch ein Geschenk der Natur. Die Mode und Kultur haben sicherlich auch einen Einfluss wie der Zeitgeschmack. Aber erste Quelle ist und bleibt die Natur.

Roberto Ugolini

Die Düfte und der Flakon spiegeln im gleichen Atemzug die Stimmung der Renaissance-Stadt Florenz wider, in der die Geschichte und die Handwerkskunst allgegenwärtig und greifbar sind. So wird jedes Lederetikett der Flakons von Hand gestanzt und auf die Flaschen gesetzt, die Kappen sind aus edlem Horn, wahlweise matt oder poliert.

Die Parfums sind so zeitlos, einzigartig und geschmackvoll, und unterstreichen die persönliche Identität und den Wunsch ihres Trägers, anders zu sein. Und das nach höchsten Ansprüchen. Das Schuhmacherhandwerk liegt dem Florentiner im Blut, denn er wurde in eine Schuhmacherfamilie hineingeboren. Bereits Großvater und Urgroßvater gingen diesem Beruf nach, seine Mutter führte zudem 40 Jahre lang ein Schuhgeschäft und sein Vaterreparierte Schuhe. In seiner Freizeit schaute Ugolini dem Vater über die Schulter und lernte viel von ihm. Mit 25 Jahren eröffnete er sogar selbst eine Reparaturwerkstatt in Due Strade. Doch das war ihm nicht genug: Statt Schuhe anderer Schuhmacher zu reparieren, wollte er diese selbst fertigen.

Roberto Ugolini
Roberto Ugolini

So ging er auf den Meister Primo Vessilli zu, der seine Werkstatt in der Viale Aleardo Aleardi hatte, doch dieser lehnte den Schüler zuerst ab. Roberto Ugolini blieb nach eigener Aussage „duro come un mulo“ – stur wie ein Maultier –, gab nicht auf und erhielt schließlich seine Chance. Er lernte eifrig und die Schuhe, die er selbst fertigte, wurden zusehends besser. Aus gesundheitlichen Gründen musste ihn der Meister eines Tages entlassen und so fertigte Ugolini erst einmal Schuhe für den Vater, den Bruder und für Freunde, um herauszufinden, ob er sein Fach auch tatsächlich beherrschte. Und das tat er.

So eröffnete er mit einem Freund ein Geschäft in der Borgo Santissimi Apostoli und hörte nicht damit auf, sich Tricks und Kniffe von pensionierten Schuhmachern zeigen zu lassen. Schließlich zog er mit seiner Werkstatt an den jetzigen Standort in der Via dei Michelozzi. Hier entstehen seither auf ganz klassische Weise edelste Maßschuhe. Ugolini nimmt mit Papier und Stift Maß, arbeitet mit Fußprofilen im Sitzen und Stehen, setzt diese Maße auf einem Leisten um und erarbeitet über Probeschuhe die perfekte Passform für den Fuß. Auf solche nach traditioneller Machart hergestellte Schuhe muss der Kunde ein halbes Jahr warten. Viele sind bereit dazu, denn es lohnt sich überaus.

Weitere Informationen zu Roberto Ugolini
www.robertougolini.de

Fotos © Roberto Ugolini
Foto Porträt © Herbert Stricker / Torsten Sartorial Notes Pitti

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